11.06.09

Home
Sommerbob- WM
VIP-Weinprobe
Über uns
Team
Fotoalbum
Impressum

 

Willkommen auf unserer Website!

Aus einer Fastnachtsidee entstanden.....(von Kerstin Krowas, Redaktion VORSICHT !! )

„Jamaika war gestern, Rheinhessen ist heute”

Rein in den Bob, runter vom Weinberg

Millionen von Deutschen haben sich in diesem Winter immer wieder dieselbe Frage gestellt: Wo bleiben Eis und Schnee? Ist irgendwie auch verständlich, denn auf grünen Pisten lässt es sich einfach nicht gut Skifahren. Und die Bobfahrer? Die dürften die kalte Jahreszeit doch auch sehr vermisst haben? Nicht so das Bobteam Rheinhessen 1 ... die haben kurzerhand die Kufen ihres Bobs abmontiert, Rollen daruntergeschraubt und düsen nun durch Sprendlingens Weinberge.

Mittlerweile kriegen sie dabei Geschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern drauf. „Das war nicht immer so”, erinnert sich Pilot Jürgen Geil an die Anfänge. „Zu Beginn haben wir höchstens auf 40 Stundenkilometer erreicht – und fahren konnte man das Ganze damals auch nicht wirklich nennen.” Nicht selten sei der Vierbob nicht vollbesetzt, den Sprendlinger Wißberg – da trainiert das Bobteam Rheinhessen 1 – heruntergerast.

„Kein Wunder: Keiner von uns wusste wirklich über das Bobfahren Bescheid, und ausprobiert hatte es vorher auch noch niemand”, sagt Frank Heilemann, ebenfalls unter den insgesamt sieben „Besatzungsmitgliedern”.

Wie um alles in der Welt kommt man dann zu diesem für hiesige Gefilde doch eher ungewöhnlichen Sport? Wie vieles im Leben, entstand auch das „Projekt Bob Rheinhessen 1” aus einer Weinlaune heraus. „Für einen Fastnachtsumzug musste ein Motivwagen für unseren Skiclub „Scharfe Kante” her”, so Heilemann. „Und zuerst wollten wir einen Bob aus Pappmache´ selbst bauen. Als wir dann aber zufällig im Internet einen richtigen, professionellen Bob entdeckt haben, war die Idee von der Do-it-yourself-Variante gestorben.”

Dass es sich dabei um einen echten Olympia-Bob, nämlich den Viersitzer von Christoph Langen handelte, wussten sie damals allerdings noch nicht. Einen fünfstelligen Betrag mussten sie zahlen, und irgendwann dann stand der Bob vor der Tür.

„Das ist jetzt fast exakt ein Jahr her”, so Peter Marxen, einer der Bremser im Team. „Schnell war klar, ein solches Gefährt ist zu wertvoll, als dass es irgendwo nach der Fastnacht in einer Garage verstaubt.” Also wurden die Kufen kurzerhand abgeschraubt, Rollen drunter, Männer rein und den Weinberg hinunter ... Augen zu und durch.

Heute sind sie weitaus professioneller unterwegs. Sie und auch ihr Arbeitsgerät. Kleine technische Schwächen, vor allem an den Rädern, wurden ausgemerzt. Mittlerweile existiert die vierte Version des Gefährts, und alle sind ein bisschen stolz darauf. „Vor allem, weil wir uns die Technik und das ganze Know-how zum großen Teil selbst beigebracht haben”, sagen die sieben Amateursportler. „Während andere noch Polo fahren, sind wir längst auf Ferrari umgestiegen.”

Und diese Leistung werde von den meisten – größtenteils auch den anderen Bobfahrern – respektiert. „Schön ist es vor allem auch, den Rückhalt in der Bevölkerung zu spüren”, sagt Marxen. „Niemand hat uns anfangs ernst genommen, alle haben uns belächelt. Heute aber stehen oft Leute an der Strecke, wenn wir trainieren und feuern uns an.”

Leider können sie momentan nicht so viel trainieren, wie sie vielleicht möchten. Zu oft macht ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Und doch: Die Ziele der Truppe sind hochgesteckt. Gerade haben sie ihre erste Fahrt im Eiskanal absolviert, schon steht die Senioren-EM in Innsbruck/Igls in Österreich an. Zumindest für zwei der sieben Bobfahrer. Gemeinsam werden Pilot Jürgen Geil und Bremser Peter Marxen im Doppelsitzer – sozusagen dem „kleinen Bruder” von Rheinhessen 1 – antreten. Ob sie ernsthaft eine Chance haben, vorne mitzumischen, steht in den Sternen. „Wir fahren gute Zeiten, aber zwischen uns und der Weltspitze liegen noch immer Welten. Da dürfen wir uns nichts vormachen”, bleibt Jürgen Geil bescheiden. Aber: Der Ehrgeiz ist geweckt ... und Glückwünsche vom Olympiasieger und Weltmeister Christoph Langen gab es auch schon.

Und selbst wenn die Europameisterschaft in die Hose gehen sollte, werden sich die Männer vom Skiclub „Scharfe Kante” davon nicht entmutigen lassen. Kein Wunder, steht ihnen dieses Jahr noch Großes bevor: Am 30. Juni nämlich steigt in Sprendlingen, auf ihrer Hausbahn am Wißberg, die erste Sommerbob-WM der Geschichte in Rheinland-Pfalz. „Es wird ein Riesenspektakel. Die Vorbereitungen laufen schon jetzt auf Hochtouren – ein Rahmenprogramm muss her, Sponsoren müssen gefunden, Teilnehmer geworben werden”, sagt Frank Heilemann. „Einige Profisportler haben bereits ihr Kommen zugesagt, jetzt warten wir nur noch darauf, dass sich Stefan Raab bei uns meldet. Natürlich nur, wenn er sich traut, mal gegen richtige Männer anzutreten.”

 

Home Sommerbob- WM VIP-Weinprobe Über uns Team Fotoalbum Impressum

Stand: 12.06.07