SPRENDLINGEN
Bericht von Evi Jaenke
Von Schnee verwöhnt, ist der Wißberg in Sprendlingen in
der Tat nicht. Das hielt jedoch den Skiclub „Scharfe Kante“ aus Pfaffen-
Schwabenheim nicht davon ab, die erste Sommer- Bob WM auf demselben zu
starten. Mit insgesamt acht Teams, davon viele aus Bayern. Wobei WM
eigentlich „Weinberg- Masters“ hieß und sie sich viele interessante Aufgaben
ausdachten. Beispielsweise den „Limbo- Anschub“, bei dem kurz nach dem Start
unter einer äußerst niedrigen Stange hindurch gefahren werden musste. Da
hieß es die Köpfe ganz schnell einziehen. Auch „Anstich und Schambes“ war
nicht nur für den Rheinhessen 1, das gastgebende Team, eine Herausforderung.
Es musste in kürzester Zeit mit dem geringsten möglichen Wasserverlust ein
Pfropfen aus einem Fass genommen, die Armatur rein und zurück. Mit einer
„Kiepe“ musste anschließend möglichst viel Wasser in einen Bottich geleert
werden. Zeit und Inhalt des Bottichs wurden gemessen. Und beim Zielschub
rasten die Jungens zwar alle mit einer hohen Geschwindigkeit den Hang
runter, mussten aber, nachdem der Schwung nachließ, schlappe 260 Kilo bis
zur Zielmarkierung schieben.
„Sie sind Mords Werbeträger für Rheinhessen“, meinte
Landrat und Schirmherr der „WM“, Claus Schick, der auch den Pokal stiftete.
Eine wahnsinnige Veranstaltung, der eine tolle Idee vorausgegangen sei. Uli
Fackert, Geschäftsführer des Kultur und Gewerbevereins, Rheinhessischen
Toscana, sagte es ganz deutlich. „Sanfte Hügel- starke Typen“. Das wären die
Bobfahrer. Kein Wunder, den in Rheinhessen wäre das Klima besser, die
Menschen fröhlich und bodenständig und der Wein passe allemal dazu. Ach ja.
Mit ganz knappem Vorsprung gewann Rheinhessen 1, der Bob von Welt- und
Olympiasieger Christoph Lange, den die „Rhoihessebube“ im letzten Jahr
erwarben, sogar vor dem Team Lang mit Thomas Lang, selbst erfahrener Bob-
Fahrer. Eingeschlagen war diese WM, Sprendlingen befand sich nahezu im
Ausnahmezustand. Sehr viele Menschen, nicht nur von Bayern hatten sich
dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Bei der After- Bob- Party mit
Weinprinzessin Mirjam Schneider und Siegerehrung wäre selbst Schumi von
wegen Champusdusche blass geworden. (ej)

buz: Schirmherr und Sponsor des Pokals, Landrat Claus
Schick sowie der Geschäftsführer, Uli Fackert, der Rheinhessischen Toscana,
nahmen selbst mit dem Team der Bobfahrer einmal Platz im Bob. Foto: Evi
Jänke